Hi-Res Lossless Audio über Toslink und Extractor

Geändert am Di, 21 Jul um 9:22 VORMITTAGS

Ein HDMI Audio Extractor unterstützt am optischen Toslink-Ausgang Stereo-PCM mit bis zu 24 Bit und 192 kHz. Damit eine Quelle höhere Abtastraten als 48 kHz ausgibt, muss am Extractor ein entsprechender EDID-Modus für 2-Kanal-PCM mit hoher Abtastrate eingestellt sein bzw. ausgehandelt werden. Viele Fernseher melden über ihre EDID lediglich PCM mit bis zu 24 Bit und 48 kHz; bei Übernahme der TV-EDID bleibt die Audioausgabe daher häufig auf 48 kHz begrenzt. In einem solchen Fall muss eine virtuelle EDID am Audio Extractor eingestellt werden. Das ist möglich am AX210, AX341, SW212 oder SW411.


Für einen stabilen Betrieb muss der angeschlossene DAC 96 beziehungsweise 192 kHz ausdrücklich auch am optischen Eingang unterstützen und über einen ausreichend toleranten S/PDIF-Empfänger mit robuster Clock-Recovery beziehungsweise PLL verfügen. Einige kompromisslos auf minimale Jitterwerte abgestimmte High-End-DACs reagieren empfindlicher auf geringe Taktabweichungen oder begrenzte Signalreserven der optischen Übertragung. Dadurch kann der DAC kurzzeitig den Signal-Lock verlieren, was sich durch Tonaussetzer bemerkbar macht. In diesem Fall empfiehlt sich eine Begrenzung auf 96 kHz oder 48 kHz.


Zu beachten ist außerdem, dass nur vergleichsweise wenige Stereo-Inhalte tatsächlich mit 96 oder 192 kHz vorliegen. Eine eingestellte EDID-Freigabe bis 192 kHz bedeutet daher nicht automatisch, dass jedes Audiosignal mit dieser Abtastrate ausgegeben wird.


Bei einem Computer als Quelle: 


Bei einem Windows-PC wird das Audiosignal im normalen Shared Mode auf das in den Soundeinstellungen gewählte Standardformat umgerechnet. Ist dort beispielsweise 24 Bit/192 kHz eingestellt, werden auch Inhalte mit 44,1 oder 48 kHz auf 192 kHz resampelt. Dadurch entstehen keine zusätzlichen Audiodetails; gleichzeitig steigen die Anforderungen an Toslink-Übertragung und DAC, wodurch sich das Risiko von Aussetzern erhöhen kann.


Eine optimale, möglichst unveränderte Audioausgabe ist unter Windows nur mit einer geeigneten Wiedergabesoftware und exklusiver Ausgabe über ASIO oder WASAPI Exclusive Mode möglich. Dabei kann die Abtastrate passend zum Quellmaterial umgeschaltet und eine unnötige Umrechnung durch den Windows-Audiomixer vermieden werden. Für den normalen Windows-Betrieb sind 24 Bit/48 kHz oder 24 Bit/96 kHz daher meist die sinnvollere und stabilere Einstellung.


Bei macOS wird die Ausgabe-Abtastrate im Audio-MIDI-Setup festgelegt. Eine dauerhaft eingestellte Ausgabe mit 192 kHz führt bei niedriger aufgelösten Inhalten in der Regel zu einer Umrechnung durch Core Audio, ohne die ursprüngliche Klangqualität zu verbessern. Für eine möglichst unveränderte Wiedergabe ist eine geeignete Audiosoftware mit exklusivem Core-Audio-Zugriff und automatischer Anpassung der Abtastrate erforderlich.

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